Der SV Pelm kennt die Situation ohne eigene Mannschaften

Der SV Pelm kennt die Situation ohne eigene Mannschaften schon länger als die anderen Vereine in der SG.

Obwohl sich der SV aber im Fußballbereich seit Jahren in SGn und JSGn aufgegangen ist, hat er sich davon unabhängig eine eigene Identität geschaffen und bewahrt. Im vierten Teil unserer Reihe spricht SV-Vorsitzender Thomas Kereit mit Liga-Zwei.de-Redakteur Simon Thijs darüber, wie der SV sich neu erfunden hat und gleichzeitig aktiv zur Bildung einer einheitlichen Gemeinschaft im Kylltal zum Erhalt des Fußballs beitragen will.  

Seit 2016 gehört der SV Pelm auch im Seniorenbereich zur SG Kylltal. Was macht dir m meisten Freude an der SG?

Am meisten Freude macht mir einfach, dass durch die SG im Kylltal weiter eine Möglichkeit geschaffen wird, den Fußball zu präsentieren und leben zu lassen. Ich glaube, dass die einzelnen Vereine sich mit jeweils eigenen Mannschaften gar nicht mehr präsentieren könnten.

In Pelm gibt es ja seit geraumer Zeit keine eigene Senioren Mannschaft mehr. Sportverein wird in der Eifel ja leider immer etwas auf Fußball reduziert. Wie hat sich denn der SV Pelm in all den Jahren ohne Seniorenfußball erhalten?

Wir haben zum Einen viel Wert auf Jugend gelegt, die schon früh in der JSG mit Gerolstein unterkam. Außerdem haben wir uns in den letzten Jahren sehr viel breiter aufgestellt: Wir haben Badminton im Angebot, Zumba-Kurse, Morgengymnastik und Pilates. Nur mit Fußball alleine ist es heutzutage nicht mehr zu machen.    

Welche Rolle spielt bei der Erweiterung des Angebots dennoch der Fußball als Aushängeschild?

Also die Mehrheit der Mitglieder ist schon über den Fußball zum SV Pelm gekommen, die sind noch aus alten Zeiten dabei und haben dafür gesorgt, dass der Verein immer Bestand hatte.

Der Großteil der neu hinzukommenden Mitglieder kommt aber durch die neuen Angebote und einen attraktiven Familienbeitrag zum Verein. Ich würde die Aushängeschild-Funktion des Fußballs also nicht mehr unbedingt unterschreiben.

Wo profitiert der SV Pelm dennoch von der SG und was investiert er selber?

Wir sind noch in der Lage Fußball anzubieten, das heißt den Jugendlichen Trainings- und Spielmöglichkeiten und auch im Anschluss an die Jugendzeit Entwicklungsmöglichkeiten anzubieten.

Neben dem vereinbarten finanziellen Beitrag bringen wir auch Personal in den Vorstand ein, unter anderem den SG-Vorsitzenden Marion Janitschke. Daneben bringen wir alles ein, was gerade gefordert ist.

Ein Kritikpunkt an der SG ist, dass die Identität der Vereine verloren geht. Der SV Pelm scheint aber mit seinem verbreiterten Angebot abseits von Fußball das Paradebeispiel zu sein, dass dem nicht so sein muss, oder?

Im Dorf treten wir aber nach wie vor ganz selbständig auf, völlig unabhängig von der SG. Wir haben in Pelm generell das Glück, ein recht intaktes Vereinsleben zu haben. Untereinander verstehen sich Spielmannszug, Feuerwehr, Karnevalsverein und Sportverein sehr gut und arbeiten Hand in Hand.

Ist Pelm also ein gutes Vorbild für die SG?

Ich glaube, die anderen Vereine machen das genauso wie wir und arbeiten in ihren Dörfern weiter eigenständig. Da sind wir jetzt kein Sonderfall.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen in der SG ab, auch im Vergleich zur Zusammenarbeit zwischen den Pelmer Vereinen?

Es gibt schon noch bei einigen gewisse Schranken in den Köpfen stelle ich fest. Wenn wir es nicht schaffen, als Gemeinschaft zusammenzufinden und diese Schranken aus den Köpfen verschwinden zu lassen, haben wir im Fußball ein Problem.

Natürlich waren früher die Spiele SV Pelm gegen Gerolstein die schönsten Spiele mit ordentlich Lokalkolorit. Dam hängen viele noch nach. Aber diesen Träumen braucht man sich nicht mehr hinzugeben. Wir müssen als Gemeinschaft zusammenwachsen.

Wo hast du dennoch schon Fortschritte festgestellt?

Im sportlichen Bereich läuft es schon einmal ganz gut. Bei den Dingen, die wir in der großen Vorstandsrunde besprechen und beschließen, fällt es aber oft noch schwer, sie tatsächlich überall zu leben.

Wie könnte man die Mängel deiner Meinung nach konkret angehen?

Jeder muss sich einfach selbst weniger wichtig nehmen mehr in den Dienst der Gemeinschaft stellen.

Sportlich sind wir wie gesagt auf einem guten Weg. Da müssen wir jetzt speziell in der Jugend weiter machen, damit in den nächsten Jahren auch von unten etwas hochkommt.

Da haben wir im Moment allerdings auch finanziell noch keine völlige Klarheit und müssen noch eine bessere Basis schaffen.