Gemunkel über die Neuzugänge

Die Saison ist wieder angelaufen, nicht nur in der Bundesliga, sondern auch im Kylltal. Die Neuzugänge sind gut integriert, wobei diese Aufgabe nicht schwer war. Schließlich sind einige Neue gar nicht so neu. Zwei von ihnen sind nicht zum ersten Mal in der SG am Ball.

Die Zweite Herren wird verstärkt durch Julian Finken, das Flak-Geschütz auf zwei Beinen, der Mann mit dem Pferdehuf, dem Hammerschuss. Einen satteren Strahl haben nur russische Leichtathleten bei der Dopingprobe.

Bei der Ersten läuft Lucas Wuttgen wieder auf, wobei die Betonung auf „läuft“ liegt. Mehr Kilometer als das Ausdauerwunder reißt nur Ailton am Buffet ab. 

Kein Wunder, dass die sportliche Leitung bei der Personalsuche die naheliegenden Namen ins Notizbuch gekritzelt hat. Wie immer liegt man nämlich an der Kyll voll im Trend.

Rückholaktionen sind schwer in Mode. Der BVB lotste zum Beispiel Mats Hummels vom FC Bayern zurück ins Ruhrgebiet. Durchaus überraschend, denn die Erinnerung an die Kommentare aus München sind noch frisch: Der arme Mats wechselte nicht wegen des schnöden Geldes oder den Titeln auf dem Silbertablett zum Rekordmeister. Die Familie stand im Mittelpunkt! Da musste doch jeder Verständnis haben. Netter Nebeneffekt: Lebensgefährtin Cathy konnte in der Metropole ihre Social-Media-Aktivitäten deutlich besser vorantreiben.

Jetzt auf einmal die Wende: Zurück nach Dortmund. Was war passiert? Schon wieder genug von der Familie? Die ganze Verwandtschaft in den Pott umgezogen? Hatten die Borussen der lieben Cathy erklärt, „Influenza“ gäbe es in der Bergbau-Region viel häufiger als im Süden? Alles ist möglich, nichts ist sicher.

Genauso ranken sich nur Gerüchte um die genauen Umstände der SG-Transfers. Der Sportliche Leiter Hans Drückes hat angeblich von den Besten gelernt: Rainer Calmund schmuggelte zum Beispiel direkt nach der Wende seinen Mitarbeiter in Rot-Kreuz-Tarnung auf das Spielfeld des Wiener Stadions, um die besten DDR-Fußballer für Bayer Leverkusen anzuwerben. So soll sich Drückes nach einem Heimspiel des TuS Ahbach verkleidet als Mitglied der Leudersdorfer Landfrauen heimlich dem Sportplatz genähert haben, um den Wuttgen-Wechsel unbemerkt in die Wege zu leiten.

Wesentlich leichter soll es dagegen SG II-Trainer Christian Krämer bei Julian Finken gehabt haben. Er soll einfach beim Spieler zu Hause vorstellig geworden sein und ihn mit den Worten „Du willst es doch auch“ für seine Mannschaft gewonnen haben. Den Rest erledigten seine optischen Reize.        

Die Mühen haben sich schon gelohnt, die SG scheint alles richtig gemacht zu haben: Finken traf im Pokal, Wuttgen netzte schon im ersten Punktspiel. Ob sich das nicht ganz billige Hummels-Comeback bei Schwarz-Gelb bewährt, muss erst noch abgewartet werden.

 

Autor: Simon Thijs